„Der Motorsport hat uns gezeigt, wozu er fähig ist“
Eastalent Racing kämpft sich nach einem Rückschlag
in Magny-Cours auf Platz fünf der GT World Challenge
Europe zurück
Magny-Cours (Frankreich).
Zum dritten Sprint-Cup-Wochenende der GT World Challenge
Europe powered by AWS gastierte die Serie vom 31. Juli
bis 2. August im französischen Magny-Cours. Für das
österreichische Team Eastalent Racing aus Kirchberg bei
Mattighofen rund um Teamchef Peter Reicher war es die
Premiere auf der traditionsreichen Rennstrecke – und
zugleich eines der emotionalsten Rennwochenenden der
bisherigen Saison.
Bereits die beiden freien Trainings am Freitag deuteten
an, dass Magny-Cours das Team vor große Herausforderungen
stellen würde. Mit den Plätzen 42 und 21 war schnell klar,
dass sowohl die Fahrer als auch die Mannschaft noch viel
Arbeit vor sich hatten.
Auch das Qualifying am Samstag verlief zunächst
enttäuschend. Simon Reicher stellte den Audi R8 LMS evo II
lediglich auf Startplatz 42 ab. „Zum Qualifying von Simon
waren wir leider noch nicht dort, wo wir sein wollten.
Das Auto war extrem schwierig zu fahren“, erklärt
Christopher Haase.
Das einstündige Abendrennen brachte zunächst ebenfalls
wenig Anlass zur Freude. Nach einer starken Aufholjagd
wurde der Audi bei einer Kollision an der Front schwer
beschädigt. Haase musste anschließend routinemäßig ins
Medical Center gebracht werden.
Doch statt den Rückschlag hinzunehmen, zeigte Eastalent
Racing seine größte Stärke: Teamarbeit. Fahrer,
Ingenieure und Mechaniker analysierten die Probleme,
arbeiteten die gesamte Nacht am Fahrzeug und stellten
den Audi R8 LMS evo II rechtzeitig für den Sonntag
wieder auf die Räder.
Der Einsatz wurde eindrucksvoll belohnt. Im zweiten
Qualifying fuhr Christopher Haase zunächst auf Rang drei.
Nach der Disqualifikation eines Mitbewerbers rückte das
Team sogar auf Startplatz zwei vor. Im Rennen behauptete
sich Eastalent Racing gegen die internationale GT3-Elite
und überquerte die Ziellinie auf einem starken fünften
Platz.
„Es war wieder ein Wochenende mit vielen Höhen und Tiefen,
aber vor allem mit vielen Chancen – ähnlich wie zuletzt
in Misano“, resümiert Christopher Haase. „Wir haben
deutlich früher erkannt, welchen Weg wir einschlagen
mussten, und in dieser Saison sehr konstruktiv und
effizient gearbeitet. Der Unfall am Samstag verhinderte
leider ein gutes Resultat. Doch dank des starken
Engagements des gesamten Teams, das die ganze Nacht am
Auto gearbeitet hat, konnten wir am Sonntag aus der
ersten Reihe starten. Platz fünf ist ein Mega-Ergebnis.
Ich hoffe, wir können diesen Aufwärtstrend weiter
fortsetzen.“
Auch Simon Reicher blickt auf ein außergewöhnliches
Rennwochenende zurück: „Es war absolut verrückt. Der
Motorsport hat uns wieder einmal gezeigt, wozu er fähig
ist. Nach jeder Session standen wir vor neuen
Herausforderungen, haben aber nie die Ruhe verloren.
Stattdessen haben wir das Auto Schritt für Schritt
verbessert. Am Sonntag hatten wir schließlich einen Audi,
der sich sensationell fahren ließ. Obwohl wir das Limit
unseres Potenzials noch nicht erreicht haben, konnten wir
das Momentum aus Misano mitnehmen. Platz fünf in der
Formel 1 des GT3-Sports ist für uns ein herausragendes
Ergebnis. Natürlich ärgern wir uns ein wenig darüber,
dass wir durch kleine Fehler sogar das Podium aus der Hand
gegeben haben. Umso größer ist die Vorfreude auf den
Nürburgring, wenn Markus Winkelhock wieder zum
Fahreraufgebot gehört.“
Auch Teamchef Peter Reicher zog ein positives Fazit:
„Wer unsere Saison verfolgt, weiß, dass wir sowohl
Ausschläge nach unten als auch nach oben erlebt haben.
Vor dem Rennen habe ich gesagt, dass ein Platz unter den
besten Zehn bereits ein gutes Ergebnis wäre und eine
Platzierung unter den besten Fünf unsere Erwartungen
übertreffen würde. Genau das haben wir erreicht. Dieses
Wochenende hat gezeigt, dass in unserem Team deutlich
mehr Potenzial steckt.“
Ingenieur Christian Schmidt-Gogler sieht ebenfalls eine
positive Entwicklung: „Im Großen und Ganzen bin ich
zufrieden. Ohne den einen oder anderen kleinen Fauxpas
wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Gleichzeitig wissen
wir jetzt sehr genau, an welchen Stellschrauben wir
weiterarbeiten müssen. Unsere Performance im Rennen war
stark und wir konnten erneut wichtige Punkte sammeln.“
Nach dem erfolgreichen Wochenende in Frankreich richtet
sich der Blick nun auf den nächsten Saisonlauf. Vom
28. bis 30. August gastiert die GT World Challenge Europe
powered by AWS auf dem Nürburgring in der Eifel, wo
Eastalent Racing den positiven Trend fortsetzen möchte.